PAPST FRANZISKUS

 

Franziskus (lateinisch Franciscus PP.; bürgerlich Jorge Mario Bergoglio SJ; * 17. Dezember 1936 in Buenos Aires, Argentinien) ist seit dem 13. März 2013 Papst und damit Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche und des Staates der Vatikanstadt. Der 266. Bischof von Rom ist der erste Jesuit, der erste Lateinamerikaner, der erste Ordensangehörige seit dem Tod Papst Gregors XVI. im Jahre 1846 und seit 1272 Jahren der erste Nichteuropäer in diesem Amt. Vor seiner Wahl durch das Konklave war er Erzbischof von Buenos Aires.

Die Eltern Jorge Bergoglios, Mario und Regina Bergoglio, waren italienische Einwanderer. Er besitzt neben der argentinischen auch die italienische Staatsangehörigkeit. Der Vater war Eisenbahnarbeiter. Bergoglio erlangte nach der Schulzeit einen Diplomabschluss als Chemietechniker. Er trat 1958 in den Jesuitenorden ein und studierte zunächst Geisteswissenschaften in Chile, nach seiner Rückkehr nach Buenos Aires an der Theologischen Fakultät des Colegio Máximo San José in San Miguel Philosophie (Abschluss 1960) und Theologie (Abschluss 1970).

Am 13. Dezember 1969 empfing er durch Erzbischof Ramón José Castellano das Sakrament der Priesterweihe. Für sein Terziat ging er anschließend für ein Jahr nach Spanien. Ab 1973 arbeitete er als Novizenmeister und Theologiedozent an der Hochschule von San Miguel.

Ebenfalls im Jahr 1973 wurde er Provinzial der argentinischen Provinz des Jesuitenordens. Dieses Amt übte er bis 1979 aus. Von 1980 bis 1986 stand er als Rektor der Theologischen Fakultät von San Miguel vor. Anschließend ging er für einen Forschungsaufenthalt nach Frankfurt am Main an die Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen. Ein Promotionsprojekt blieb unvollendet. Danach wirkte er als geistlicher Begleiter in Córdoba.

Am 20. Mai 1992 wurde Bergoglio von Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof in Buenos Aires und Titularbischof von Auca ernannt. Die Bischofsweihe spendete ihm der Erzbischof von Buenos Aires, Antonio Kardinal Quarracino, am 27. Juni. Mitkonsekratoren waren der Bischof von Mercedes-Luján, Emilio Ogñénovich, und der Apostolische Nuntius in Argentinien, Ubaldo Calabresi.

Am 3. Juni 1997 wurde er zum Koadjutorerzbischof ernannt und folgte Kardinal Quarracino nach dessen Tod am 28. Februar 1998 als Erzbischof von Buenos Aires. Gleichzeitig war er Bischof für die Gläubigen des orientalischen Ritus, die in Argentinien leben. Papst Johannes Paul II. nahm ihn 2001 mit der Ernennung zum Kardinalpriester mit der Titelkirche San Roberto Bellarmino in das Kardinalskollegium auf. Er gehörte unter anderem der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung an.

Im Konklave 2005, bei dem 115 Kardinäle wahlberechtigt waren, soll Bergoglio laut Zeitungsberichten, die sich auf die Tagebuchaufzeichnungen eines anonymen Kardinals stützten, im ersten Wahlgang 10, im zweiten Wahlgang 35 und im dritten Wahlgang 40 Stimmen erhalten haben. Danach soll er auf die Kandidatur verzichtet haben.

Am 8. November 2005 wurde er für drei Jahre zum Vorsitzenden der argentinischen Bischofskonferenz gewählt und am 11. November 2008 im Amt bestätigt.